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Prosaisches und mehr (Un)Sinnvolles

Beiträge:

Wo sind die Menschen?

über den Mut, rechtzeitig für sich die richtige Entscheidung zu treffen

Interdisziplinäre Reklamation

Ist der Mensch die Krone der Schöpfung?

Weihnachtsfreuden

Aphorismen

Bochumer Lebensweisheiten oder kreativer Abend in der Kneipe












 


Wo sind die Menschen?

Gibt es einen Menschen?
Unter all diesen zahllosen menschenähnlichen Masken?
Ein Gesicht?
Dessen Lachen nicht nur aufgeschminkt;
Ein echtes Weinen?
Unter all diesem Geklage und Geheule;
Echte Anteilnahme?
Die nicht nach Gleichgültigkeit und Opportunismus stinkt.
Gibt es einen Menschen unter all diesen zahllosen glotzenden Masken,
So reiß ihm die Maske vom Gesicht, zerschlage die Fassade;
Wenn Du kannst; Wenn es Dir gelingt, der eigenen zu entkommen.

  © Erich Romberg, 1974

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über den Mut, rechtzeitig für sich die richtige Entscheidung zu treffen

Noch während ich das linke Bein vorschwang, um im nächsten Augenblick den Fuß auf den Boden zu setzen, wurde mir bewußt, daß ich in der folgenden Sekunde mit dem rechten Bein das gleiche machen würde. In der darauf folgenden Sekunde würde ich genau das wiederholen, was ich gerade im Begriff war zu tun. Ich extrapolierte den Ablauf viele Perioden in die Zukunft und das Gefühl der Eintönigkeit meines Handelns durchdrang meinen Körper und meine Seele. So beschloß ich, genau in diesem Augenblick meinem Leben die entscheidende Wende zu geben, um dem scheinbar unausweichlichen Schicksal zu entgehen. Ich setzte daher nicht die linke Hacke auf den Boden, um über den Fuß zu den Zehen abzurollen; ich zwang statt dessen die Zehen des linken Fußes auf den Boden; streckte im nächsten Moment den Fuß, um mich für den Bruchteil einer Sekunde um wenige Zentimeter in der Luft zu befinden, ohne mit dem rechten Fuß auf den Boden aufzutreten.

Ich habe den übergang vom Gehen zum Hüpfen also noch rechtzeitig vollzogen, ohne einen seelischen Schaden zu erleiden. Mit wurde mit einem Mal die Gnade der freien Entscheidung bewußt, eine menschliche Eigenschaft, die es mir möglich machte, einen einmal für mich als falsch erkannten Weg spontan zu ändern.

Sicherlich hatte mich das Hüpfen mehr Kraft gekostet als das Gehen, und es wäre einfacher gewesen, im Gehen zu verharren. Man weiß es nicht, aber irgendwann einmal wäre es vielleicht zu spät gewesen, um noch zu hüpfen. Wie hätte ich es dann bereut diese Entscheidung nicht getroffen zu haben. Ich wäre unglücklich und mißmutig geworden und hätte begonnen, meine Umwelt und meine Mitmenschen verantwortlich zu machen für mein Schicksal.
Aber nun war ich glücklich. Gleichzeitig bedauerte ich all jene armen Kreaturen, die gehen und gehen, weil sie glauben, das Schicksal habe für sie nichts anderes vorgesehen. Sie hadern mit sich und ihrer Umwelt. Dabei wäre es so einfach gewesen, im richtigen Augenblick den Absprung zu schaffen.

Sicherlich wäre ein Mensch, der im Rollstuhl sitzen muß, glücklich, wenn er wenigstens gehen könnte - aber das ist eine andere Geschichte. Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn der Gehende mit seinem Gehen zufrieden ist: Was für den Hüpfer es nicht. Entscheidend ist, daß ein jeder für sich die Entscheidung trifft, die für ihn Glück bedeutet.

Wie auch immer: ich bin ganz sicher, daß ein Mensch glücklich ist, wenn ich ihn hüpfen sehe.

© Erich Romberg, 1994

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Interdisziplinäre Reklamation

Reklamierte der Kunde:Es geht nicht.
Sprach der Mathematiker:
Ich weiß zwar nicht, wie es geht,
Dafür aber, ob es geht.

Antwortete der Physiker:
Ich weiß nicht, ob es geht,
Oder wie es geht,
Aber warum es geht,
Wenn es geht.

Bemerkte der Ingenieur:
Ich weiß nicht, ob es geht,
Und erst recht nicht, warum es geht,
Aber wenn es geht,
Weiß ich auch wie es geht
Und wie lange es geht.

Resümiert der Kaufmann:
Was interessiert es mich,
Ob es geht,
Warum es geht
Oder wie es geht,
Und erst recht nicht wie lange es geht,
Weil die Gewähr abgelaufen ist.

Der Mathematiker:
Das muß man erst beweisen.
Der Physiker:
Warum?
Der Ingenieur:
Wie?
Der Kaufmann:
Wie lange noch.
Die Justitia:
Ich bin blind.

Anmerkung des Autors:
Das Problem ist lösbar!

Ó Erich Romberg, 1993

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Ist der Mensch die Krone der Schöpfung?

Als die Natur dem Menschen die Erde überließ, hatte sie bereits entschieden, sich vom Leben zu trennen. Daraufhin konnte sie einen neuen Versuch starten. Dieser dauerte nur etwa 5 Millionen Jahre. Das Ergebnis war etwas besseres als der Mensch, und wenn dieses noch nicht optimal ist, wird die Natur sicher noch einen weiteren Versuch wagen.

ÓErich Romberg, August 1988

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Weihnachtsfreuden

Der Wunschzettel
Gabi Schlüter
Bonzenhügel 1a
4300 Essen 11
Tel.:   (0201) 7x xx xx
FAX:  (0201) 7x xx - 55

  Wunschzettel

Liebes Christkind, anbei sende ich Dir Briefumschlag und Rückporto und bitte um baldige Bestätigung meiner folgenden Wünsche:

- 1 Babypuppe, Luxusausstattung
- 1 Videorecorder IR -Fernbedienung
- 1 Camcorder mit 12-fach Zoom sowie Weitwinkel- und Teleobjektivaufsatz
- 2.000,-- DM auf mein Sparbuch, 6,5 % verzinst und
- 1 Tafel Schokolade.

Ich bitte um Rückantwort innerhalb von 10 Tagen.
Der Gerichtsstand ist Essen

Deine Gabi

Dezember 1985

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Romantisches Weihnachtsgedicht
Denkt Euch;
heut hab ich's Christkind gesehen;
auf einem großen Schlitten:


Teleskoplenkung, Edelstahlkufen Sonderpreis


139,85 DM
der Wind blies um sein Näschen,
und das Mützchen:

100 % reine Baumwolle nur

19,60 DM
voll Schnee.
Seine winzigen Füßchen
umschlossen kleine Schühchen:


Fußbett, Lederbrandsohle


169,95 DM
und sein rosiges Brüstchen
ein schneeweißes Jäckchen:
100% reine Wolle, modischer Schnitt,
zweireihig geknöpft nur


159,00 DM
strahlend die Augen wie Sterne,
süß das Lachen und gerne
ruft es mir zu:


macht


488,40 DM
Der Gerichtsstand ist Herne


Dezember 1985

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Aphorismen

Entscheidungen; Gleichgewicht; Physikalische Eigenschaft im Menschenverhalten; Alternativen; Hilf ihnen, sich zu bewegen; Vorsicht;

Kleine Lebensphilosophie; Mensch und Vernunft; Nur nicht auffallen; Gespräche; Medienglaube; Warum man lügt; Chaos; Mach mal Pause; Vorteile; Kleine Welt


Entscheidungen
 

  • Gibt es zwei Wege: Dann überlege. Gibt es nur einen: Dann gehe ihn.
 
  • Nur einen einzigen Ausweg zu haben, ist dieser auch noch so schwierig, ist besser als sich in einer ausweglosen Situation zu befinden.
 
  • Wenn man unter Druck gesetzt wird, um sich für eine bestimmte Sache zu entscheiden, macht man grundsätzlich nichts falsch, wenn man sich dagegen entscheidet.


August 1988

Gleichgewicht

  • Genieße die wenigen Stunden Deines Glücks tausendfach, damit sie die zahlreichen Deiner Enttäuschungen überwiegen.
 
  • Wenn zum Jüngsten Gericht unsere guten und bösen Taten wirklich gegeneinander aufgewogen werden, dann sind Balkenwaagen äußerst ungeeignet.

August 1988

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Physikalische Eigenschaft im Menschenverhalten

Wir sind alle auf dem falschen Weg, tun das, was wir nie wollten; gehorchen dem Prinzip der trägen Masse; Richtungsänderungen kosten Energie. Diese nutzen wir bis zur Erschöpfung, um vom falschen Weg nicht abzuweichen.
Mai 1991

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Alternativen

Oft gibt es nur zwei Möglichkeiten:
Die eine etwas zu tun, die andere es zu lassen. Man weiß nicht, welche die Bessere ist und muß sich dennoch entscheiden!

Mai 1991

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Hilf ihnen, sich zu bewegen

Macht man immer genau das Gegenteil von dem, was von einem erwartet wird, ändert sich die Erwartungshaltung der Mitmenschen ständig. Damit macht man das starrste System im seinem Wirkungsbereich beweglich.

Mai 1991

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Vorsicht

Man kann viele schlechte Angewohnheiten haben, sollte aber niemals wortbrüchig werden, indem man immer nur wenig verspricht.

Dezember 1991

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Kleine Lebensphilosophie

Nehmen wir einmal an, man wäre allein!
Was macht das schon.
Nehmen wir mal an, man wäre nicht allein!
Wasmacht das schon.
Wenn man sich aber selbst belügt, so ist das eine Katastrophe.

Dezember 1991

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Mensch und Vernunft

Der Mensch ist ein Säugetier, dessen hervorragendste Eigenschaft die Vernunft ist.
Die Vernunft ist eine Eigenschaft, die den Menschen zu dem macht, was er ist.
Der Mensch ist also das, was die Vernunft aus ihm gemacht hat.
Das ist seine eigene Schuld!

April 1993

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Nur nicht auffallen

  • Wenn drei Leute lachen, weiß mindestens einer nicht warum.

 
  • Wer zu spontan antwortet, läuft Gefahr, seine eigene Meinung zu sagen.

 
  • Wenn man Leuten seinen blanken Arsch zeigt, sind sie meistens sehr erschrocken;aber nur deshalb, weil sie ihren eigenen so selten sehen.

 
  • Nachbarn sind komische Leute. Erst setzen sie alles daran, daß man so wird wie sie. Wenn es ihnen dann gelungen ist, können sie einen nicht mehr ausstehen, weil man so ekelhaft ist.

Mai 1993

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Gespräche

Die häufigste Art der Kommunikation ist der Monolog; Dialoge werden in der Regel als Doppelmonolog geführt.
(Bochumer übersetzung)
Meistens quatscht einer alleine; wenn zwei quatschen, labern se' meistes an'nander vorbei.
  Mai 1993

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Medienglaube
  • Was nützt das schönste Wetter, wenn der Wetterbericht nicht stimmt.
 
  • Wer eine andere, als die Medienmeinung vertritt, gilt bereit als nonkonformistisch.

Mai 1993

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Warum man lügt

  • Es muß nicht immer alles stimmen, was man sagt. Man sollte aber daran glauben, was man erzählt. So wird die Lüge zur subjektiven Wahrheit und Ehrlichkeit wäre Betrug.
 
  • Vertrauen
    Vertrag
    vertragen
    betragen
    belügen
    betrügen.

April 1993
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Chaos

  • Chaos ist die Vermeidung von Ordnung
    oder:

    Ordnung ist die Lüge von der überwindung des Chaos.


  •   Unser Leben unterliegt streng dem Gesetz der Entropie.
    Sich selbst überlassen stebt es immer denZustand maximaler Unordnung - das Chaos - an.
    Die Entropie erniedrigen - das heißt, Ordnung schaffen - ist immer mit einem Energieaufwand verbunden.

Februar 1998

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Mach mal Pause

Wer ständig nach den Sternen greift, dem werden mit der Zeit die Arme lahm.

  Februar 1998

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Vorteile
 
  • Bei jedem Vorteil, den man selbst erlangt, erleidet ein anderer einen Nachteil.

 
  • Wer ständig auf seinen Vorteil bedacht ist, weiß meißt nicht, daß er über Leichen geht.
 
  • Banken machen immer das Beste aus dem Geld des Kunden, aber leider niemals zu seinem Gunsten.

Februar 1998

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Kleine Welt

  • Menschen können immer nur bis zum Rand ihres eigenen Horizonts blicken. Für viele ist es schwer sich vorstellen, daß es dahinter auch noch etwas gibt.

    People are just able to look within the limits of their own horizon. For some of them it is hard to imagine, that there is something beyond it.


  • Menschen bilden sich meistens eine Meinung über das, was sie glauben; selten über das, was sie wissen.

    People mostly make an opinion about that they think, seldom about that they know.



  • Nur das Gerücht ist schneller als das Licht.

    Just rumour is faster than light-speed.



Mai 1998


  © Erich Romberg, 1978-1998

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Bochumer Lebensweisheiten / - oder: kreativer Abend in der Kneipe


Rund ums FIEGE Pils
Kommt inne Kneipe Dir einer dumm,
dreh' den Hals ihm einfach um.

Schau ich in die Augen Dir,
wünsch auch ich mir noch ein Bier.

Geh' sse morgens inne Kneipe,
bisse abends wida pleite

Wer abends trinkt,
der morgens stinkt.

Liechste mittachs inne Poofe,
kannste abends wida sofe



Miese Stimmung

Es kann der Dööfste nicht mehr blödeln,
wenn selbst die Bekloppten nicht mehr lachen.


Toller Hecht

Komm' se?
Ja!
Komm' se wirklich?
Ja, ja!
Komm' se echt, ey?
Ja, ja, jaaaa...
Komm' se ohne Scheiß, ey?
Du Arsch! jetzt geh ich!!!


Verliebt

Hasse Knete, dann geht se.
Hasse keine,
lässe' se besser alleine.

Egal

Mir geht all' dies am Arsch vorbei,
was vorne nicht mehr 'rumkommt.


 

Erfahrungen

Hausse abens auf' fe Kacke,
Hasse mogens eine Macke.

Erzählt jemand nur noch Kacke,
Hat er bestimmt schon eine Macke.

Ist einer nicht mehr auf dem Damm,
ist er sicher furchtbar stramm.



©
Erich Romberg, Mai 1993

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