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Der Weg ins Niemandsland

Wie lang ist diese Straße?
Schon ewig gehe ich diesen nicht enden wollenden Weg. Vor mir taucht der Horizont in eine wabernde Masse, die sich Gehirn nennt. Das Gleichgewicht zwischen Unendlichkeit und Traumdruck wird einer Zerreißprobe unterzogen.
Wo liegen die Galaxien meiner Endlichkeit?
Hat tatsächlich nur eine halbe Windung in meinem Kopf dieses Chaos inszeniert?
Und der Rest?
Faulendes Fleisch, Quell des Anstoßes, entsorgungserwartende Materie.
Oh Himmel, wo bleibt dein Reichtum?
Oh Hölle! Wo finde ich deine Schrecken?
Wie angenehm wärest du, Hölle, wenn du mir die Schmach der Nichtigkeit ersparen könntest. Selbst eine ewige Glückseligkeit des Himmels könnte mich nicht schrecken, wäre es der Weg aus dem Restmüll.
Wie lang bis du noch, Straße?
Bist du die direkte Verbindung zwischen Elend und Glaube?
Oder ist der Glaube an dich das trügerische Glück der Lemminge?
Oder ist das Glück des Glaubens an die Endlichkeit der Weg?
Straße, ich sollte dich nicht fragen. Du bist, und ich bin. Du bist nicht Asphalt und ich bin nicht Fleisch. Wir beide leben im Grab der Zeit. Dennoch kettest du dich an mich wie ein Hund an seinen Floh.
Cogito ergo sum!
Na und?
Darf ich mich darüber freuen?
Ich sehe den Leichnam des Wanderers täglich zerfallen. Ich frage mich, warum ich dennoch Glück empfinde.

© Erich Romberg


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